Am 18. Dhul-Hijjah im Jahr 10 n.H. versammelte der Prophet Muhammad (s.a.a.s.) auf dem Rückweg seiner Abschiedspilgerfahrt über 100.000 Muslime in Ghadir Khumm. Dort verkündete er auf Befehl Allahs:
„Wen immer ich zum Mawlā (Herr, Schutzherr, Anführer) bin – dessen Mawlā ist Ali.“
(Überliefert in: Musnad Aḥmad ibn Ḥanbal, Sunan al-Tirmiḏī, al-Ṭabarānī u.v.m.)
Danach ließ er die Muslime Imam Ali (a.s.) gratulieren – als „Amīr al-Muʾminīn“ (Fürst der Gläubigen). Dieses Ereignis wurde später als „Eid al-Ghadir“ bekannt – ein göttlich festgelegter Akt der Nachfolgeregelung.
Die Wahrheit hinter Ghadir
Die sunnitische Geschichtsschreibung erkennt das Ereignis an, interpretiert es jedoch oft als bloße Empfehlung zur Freundschaft. Die schiitische Perspektive – gestützt durch den arabischen Begriff Mawlā und den historischen Kontext – versteht es als eindeutige, göttlich bestimmte Ernennung Imam Alis (a.s.) zum Nachfolger des Propheten.
Was als klare Weisung Allahs gedacht war, wurde nach dem Tod des Propheten in der Saqifa-Versammlung politisch ignoriert.
Wichtige Quellen
- Musnad Aḥmad ibn Ḥanbal, Bd. 4, S. 281
- al-Tirmiḏī, Hadith Nr. 3713
- al-Ṭabarī, Tārīkh, Ereignisse von Ghadir
- Ibn Kathīr, al-Bidāya wa al-Nihāya
- al-Ḥāfiẓ al-Kanji, Kifāyat al-Ṭālib
